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Pressemitteilung

EU-Fangquotenfestsetzung für die Ostsee 2020 zerstört Betriebe und Arbeitsplätze

- Es wird den befürchteten brutalen Strukturwandel geben -


Mit großer Betroffenheit haben die Ostseefischer auf die Quotenbeschlüsse des Ministerrates reagiert. „Jeder Arbeitnehmer kann sich vorstellen, was es für ihn bedeuten würde, wenn man ihm 60 % des Einkommens nimmt“, meinte ein betroffener Kapitän. Es werden betriebliche Existenzen vernichtet und die Strukturen an Land, wie Genossenschaften und Erzeugergemeinschaften an den Hafenstandorten, können ohne Umstrukturierungen nicht mehr überleben.

Die Ostseefischer können nicht nachvollziehen, wenn in den Medien berichtet wird, dass „viele Bestände in alarmierendem Zustand“ sein sollen. Laut wissenschaftlicher Bestandsschätzung sind derzeit nur 3 von 15 Beständen mit wissenschaftlicher Bestandsschätzung in einer krisenhaften Situation. Davon sind zwei (Westhering und Westdorsch) für die deutsche Fischerei existenziell wichtig. Die übrigen Bestände sind mehr oder weniger natürlichen Schwankungen unterworfen. Die Ursache für die Lage der Bestände ist nicht etwa eine aktuelle Überfischung, sondern vielmehr eine Veränderung der natürlichen Bedingungen in der Ostsee, die auch durch Klimawandel bedingt sein können. Die Fangsituation ist im Moment nicht schlecht. Es gibt ausgedehnte Echolot-Anzeigen von größeren Fischvorkommen. Manche Fischer erweisen sich als nicht-therapierbare Optimisten: „Wir glauben nicht, dass die Wissenschaft die Fische in 2021 wieder verschwinden lässt“, meinte ein Kapitän nach erfolgreicher Fangfahrt.

Die einzelnen Betriebe stehen jetzt vor schweren Entscheidungen, wie sie in die Zukunft gehen. Einige größere Schleppnetzfahrzeuge werden mit den geringen Quoten keine Perspektive mehr haben und ausscheiden. Andere werden versuchen, 2020 irgendwie zu überleben, weil sie für 2021 mit höheren Quoten rechnen.

Die Beschlüsse im Einzelnen:

Fangquoten Ostsee 2020

* in Stück

Positiv ist zu bewerten, dass die Minister die Laichschonzeit für Westdorsch auf die Monate mit tatsächlicher Laichtätigkeit beschränkt haben und dem Kommissionsvorschlag nicht gefolgt sind, bereits ab Januar die Fischerei zu schließen. Im Westen gibt es eine Dorsch-Schonzeit in den Monaten Februar und März und im Gebiet 24 um Rügen wird im Juni und Juli eine Laichschonzeit für einwandernde Ostdorsche eingerichtet.

Am heutigen Tag sitzen die Regierungsvertreter erneut beisammen, um über Hilfsmaßnahmen zu beraten, die vielleicht einen sozialverträglichen Ausstieg ermöglichen. Die Betroffenen hoffen auf eine Abwrackprämie für 2020, die wenigstens den Wertverlust des Fischereifahrzeugs ausgleicht und einen Rest von Alterssicherung ermöglicht.



Kontakt: Claus Ubl 0176 832 10 604

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