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Pressemitteilung

David McAllister besucht Fischerei in Landesbergen

Europaparlamentarier informiert sich über EU Aalschutzmanagement in der Weser


Der Europäische Aal ist ein einzigartiger Fisch. Vieles aus seinem Lebenszyklus ist den Menschen bis heute immer noch verborgen. Sein Bestand hat seit den 1980er so deutlich abgenommen, dass die EU 2007 eine Verordnung erließ, um den Bestand wieder aufzubauen.

In der Weser hat die Aalfischerei eine lange Tradition und große Bedeutung. Durch die starke Verbauung kann der Aal seinen angestammten Lebensraum allerdings nicht mehr ohne Hilfe erreichen. Um die Querbauwerke flussaufwärts zu überwinden, werden Millionen junge Aale in Gewässer oberhalb der Bauwerke als Glasaal oder vorgestreckter Aal durch Fischer, Angler und Fischereigenossenschaften ausgesetzt. Wenn die Tiere in den Binnengewässern dann nach vielen Jahren zum Wanderaal (Blankaal genannt) herangewachsen sind, und sich auf den Rückweg zu ihren Laichgründen in der Sargassosee aufmachen, ist ihr Leben durch die Turbinen der Wasserkraftwerke bedroht. Jedes Jahr verletzen sich viele Tonnen Blankaal an den Turbinenschaufeln der Wasserkraftwerke schwer und verenden danach. Darum hat der Landesfischereiverband Niedersachsen zusammen mit den Berufsfischern von Ober- und Mittelweser vor fünf Jahren ein sogenanntes Aal-Taxi ins Leben gerufen. Dabei werden die Aale oberhalb der Wasserkraftwerke gefangen, mit dem LKW transportiert und unterhalb des letzten Querbauwerkes wieder in die Unterweser entlassen. Von da an ist der Weg zu den Laichgewässern im Atlantik, der Sargassosee, frei.

Im November letzten Jahres empfahl der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES), den Aalfang, somit in Folge auch die Aktivitäten zum Aalbesatz, einzustellen. Der Aal-Bestandszustand hat sich jedoch im Vergleich zu den Vorjahren nicht verschlechtert.

Im Gegenteil, seit 2011 ist das Glasaalaufkommen nicht weiter zurückgegangen. Es ist stabil mit einem leichten Trend nach oben. Die Empfehlung des ICES ist somit fachlich nicht verständlich und für die Praxis des Aalbestandsschutzes und für die heimischen Gewässer wie die Weser völlig widersprüchlich.

Der im letzten Jahr angefertigte deutsche Umsetzungsbericht zur Aalverordnung zeigt auch für die Weser, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. "Der Aalbestand in der Weser ist in den letzten Jahren deutlich angewachsen", betont in diesem Zusammenhang der Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Niedersachsen, Carsten Brauer. Und weiter: "Gerade weil der Lebenszyklus des Aals sehr lang ist, ist es enorm wichtig, dass wir mit den begonnenen Maßnahmen weitermachen." Bis der Aal zum Laichen in die Sargassosee abwandert, vergehen 10 bis 15 Jahre. Darum wird es eine Zeit dauern, bis der Aalbestand sich wieder erholt hat. Stoppt man die begonnenen Maßnahmen, hätte das negative Auswirkungen auf die Biodiversität in der Weser. Der Aal würde für eine lange Zeit aus vielen Bereichen verschwinden.


Hintergrund
David McAllister ist in der Fischerei gut bekannt und stets aktiv ansprechbar. Schon in seiner politischen Zeit im Niedersächsischen Landtag hatte er sich für den Fisch- und Fischereischutz eingesetzt. Auch bei den Brexit-Verhandlungen mit dem Vereinigten Königreich Fischerei machte sich McAllister für die Fischerei stark. Aufgrund seiner Verdienste um die Fischerei wurde ihm von den Elbfischern die Würde des "Freien Elbfischers 2020" verliehen.



Kontakt: Claus Ubl - 0176-832 10 604

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