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Pressemitteilung

Fangquoten Ostsee 2019: Es hätte noch schlimmer kommen können

Fangmengen beim westlichen Hering fast halbiert


Fortschritte bei der nachhaltigen Bewirtschaftung der Ostsee


Die Fischereiminister der EU haben gestern Abend in Luxemburg die Fangmöglichkeiten für die Ostsee im nächsten Jahr beschlossen. Für die deutsche Fischerei wird 2019 ein schweres Jahr, weil die westliche Heringsquote (- 48 %) zum zweiten Mal in Folge stark gesenkt wurde und die Erhöhung beim westlichen Dorsch (+ 70 %) nicht so hoch ausgefallen ist wie erwartet.


Die starken Absenkungen der Vorjahre wurden für den Dorsch nicht ausgeglichen, obwohl der Bestand demnächst so groß sein soll, wie er seit Beginn der getrennten Bestands-berechnung nicht gewesen ist.

Beim westlichen Hering ist die Empfehlung zur Quotenabsenkung durch eine Erhöhung der Zielwerte entstanden. Der Bestand ist nicht geschrumpft, sondern stabil bis steigend. Die Fischerei hatte die Heraufsetzung der Zielwerte für die Bestandsbiomasse von 110.000 t auf 150.000 t als nicht nachvollziehbar kritisiert. Nach dem Tiefpunkt von 73.000 t im Jahr 2011 hat der Bestand die 100.000 t-Marke bereits überschritten. Es ist zu hoffen, dass die Wissenschaft die neue, unrealistische Zielmarke demnächst korrigiert.

Die weiteren Fangquoten: Scholle (+ 43 %), Sprotte (+ 3 %), und Hering im Golf von Riga
(+ 7 %). Die Fangmengen beim Lachs im Hauptbecken bleiben auf dem Niveau des letzten Jahres. Absenkungen gab es beim Hering in der zentralen Ostsee (- 26 %), beim Bottnischen Hering (- 7 %), östlichen Dorsch (- 15 %) und Lachs im Finnischen Meerbusen (- 3 %).

Die Gesamtsituation der Fischbestände in der Ostsee hat sich in den letzten Jahren durch ein verantwortungsvolles Management insgesamt verbessert. Von den 8 Fischbeständen, für die eine vollständige wissenschaftliche Bewertung vorliegt, werden mit dieser Ratsent-scheidung 7 Bestände nach dem Prinzip des höchstmöglichen Dauerertrags (MSY) bewirtschaftet, deren Anlandungen ca. 98 % der Gesamtanlandungen der quotierten Bestände in der Ostsee umfassen.

Deshalb hatten die Fischer für 2019 mit einer besseren Quotenausstattung gerechnet, weil sich die Bestände insgesamt positiv entwickeln und die wissenschaftlichen Vorhersagen günstig waren. Ohne erneute finanzielle Hilfe wird die deutsche Ostseefischerei jetzt aber in große Schwierigkeiten geraten. Die Fischer hoffen, dass die Krisenhilfe des Bundes-ministeriums für befristete Stilllegung in 2019 fortgeführt werden kann.

Der Vorsitzende des deutschen Kutterverbandes, Kapitän Dirk Sander: „Wir stehen ganz klar zum Prinzip der Nachhaltigkeit bei der Bestandsbewirtschaftung. Aber die Fischerei-betriebe und die Küstengemeinden dürfen dabei nicht auf der Strecke bleiben. Nachhaltigkeit bedeutet auch wirtschaftliche Stabilität, und ohne Fischer bekommt der Verbraucher keinen Fisch“.

Tab.: Die beschlossenen Fangmöglichkeiten für 2019 bei den für die deutsche Küstenfischerei in der Ostsee wichtigsten Fischbeständen im Überblick:

Vorläufige Fangquoten für 2019



Kontakt: Peter Breckling 040 314884

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