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Pressemitteilung

Fangquoten für 2017 stehen fest

- Mehr Bestände nachhaltig bewirtschaftet -



Im nächsten Jahr steigt die Anzahl nachhaltig bewirtschafteter Bestände im Nordost-Atlantik auf 44 Bestände. Die deutsche Fischerei ist zufrieden mit den heute von den Ministern beschlossenen Gesamtfangmengen (TAC - total allowable catches) für das nächste Jahr. Die nachhaltige Bewirtschaftung bringt weitere Erfolge und führt zur Erhöhung der Fangmengen für wichtige Fischarten. Bei einigen Beständen, wie dem Nordsee-Hering und dem Schellfisch, wurden die TAC reduziert, was bei natürlich fluktuierenden Beständen zur Normalität gehört. Die TAC wurden auf Basis wissenschaftlicher Empfehlungen und bereits festgelegter Managementprinzipien beschlossen.

Die Weichen für die heute getroffenen Beschlüsse sind bereits in den letzten Wochen bei den sogenannten Norwegenverhandlungen und den Verhandlungen der Küstenstaaten gestellt worden.

EU- und deutsche Quoten 2017 bei wichtigen Nordseebeständen und Makrele

EU- und deutsche Quoten 2017 bei wichtigen Nordseebeständen und Makrele


Die deutschen Quoten errechnen sich aus den Gesamtfangmengen nach einem festen Schlüssel („relative Stabilität“) als Anteil an der EU-Quote.

Die Erfolge der Bemühungen in den letzten Jahren um nachhaltige Bewirtschaftung der Bestände tragen Früchte in Form von besserer Marktversorgung mit Nordseefischen. Das zeigt sich unter anderem beim Schollenbestand, der in den letzten Jahren ein starkes Wachstum erlebt hat und sich nun auf hohem Niveau zu stabilisieren scheint. Hier bleiben die Gesamtfangmengen unverändert.

Besonders erfreulich ist die positive Entwicklung des Kabeljau-Bestandes in der Nordsee. Treffen die Voraussagen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) ein, überschreitet der Bestand im nächsten Jahr die Nachhaltigkeitsschwelle. Die Gesamt-fangmengen im nächsten Jahr konnten um 17 % erhöht werden.

Erfreulich ist auch die Erhöhung der Seelachsquote. Die Seelachsfischerei in der Nordsee war die erste deutsche Fischerei mit Nachhaltigkeitszertifizierung und hat sich beispiel-gebend um eine schonende Fischerei bemüht. Die deutschen Seelachsfischer hatten bereits im letzten Jahr darauf hingewiesen, dass der Bestand deutlich größer ist, als von der Wissenschaft berechnet. Nach einer Überprüfung des Bestandmodells in diesem Jahr empfahlen die Wissenschaftler für 2017 sogar eine TAC-Erhöhung von über 90 %. Da eine so drastische Anhebung der Fangmenge zu Störungen der Märkte führen kann, ist die nun beschlossene Erhöhung von 53 % deutlich geringer ausgefallen als der ICES empfohlen hatte.

Ebenfalls erfreulich ist die Entwicklung des Makrelenbestandes. Im nächsten Jahr können die Fischer 14 % mehr Makrelen fangen. Die Makrelenfischerei ist in diesem Jahr erneut MSC-zertifiziert worden. Die Makrelenfischerei war bereits vor einigen Jahren zertifiziert worden. Durch den wachsenden und sich ausbreitenden Bestand hatten aber Fangnationen wie Island und die Färöer eigene Makrelenquoten beansprucht, wodurch das bisherige Managementsystem nicht mehr funktionierte.

Quotensenkungen gab es bei beispielsweise beim Schellfisch und beim Hering in der Nordsee. In diesem Jahr gab es erstmals bei einigen Quoten benthischer Arten eine Heraufsetzung, da bei diesen Fischarten im Jahr 2017 in der EU ein Rückwurf-Verbot zur Anwendung kommt. Untermaßige Fische, die früher ins Meer zurückgeworfen wurden, müssen dann angelandet werden. Teilweise gab es Quotenzuschläge, damit diese Fänge vollständig auf die Quote angerechnet werden können, ohne die Fischerei vorzeitig zu beenden.

Der EU-Ministerrat setzt die Fangquoten für europäische Schiffe traditionell in seiner letzten Zusammenkunft vor Weihnachten fest. Dabei werden die Ergebnisse der Norwegen-Verhandlung in EU-Recht umgesetzt und die Fangmengen für die anderen Bestände festgelegt, die nicht mit Norwegen gemeinsam bewirtschaftet werden. Auf die erlaubten Fangmengen für die Ostsee hatten sich die Minister bereits im Oktober geeinigt.

Kontakt: Claus Ubl 0176 832 10 604

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