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Pressemitteilung

Nachhaltigkeit bringt mehr Fisch und mehr Geld

EU-Seminar zum Zustand der Fischbestände zeigt Erfolge im Fischereimanagement

Wirtschaftliche Lage deutlich verbessert



EU-Kommissar Vella stellte in seinem Grußwort zum jährlichen Seminar über den Zustand der Fischbestände fest, dass sich die Situation vieler Fischbestände verbessert hat. Dadurch sind die Fangmengen gestiegen und die wirtschaftliche Lage im Sektor hat sich verbessert. Die Langzeit-Trends sind stabil: Die fischereiliche Sterblichkeit sinkt, viele Bestände sind stabil „innerhalb sicherer biologischer Grenzen“ und im Nordostatlantik, einschließlich Nord- und Ostsee, werden mehr als die Hälfte der Fischbestände vollständig nachhaltig bewirtschaftet. Besonders erfreulich ist, dass die Bestände auf die Absenkung der fischereilichen Sterblichkeit in den vergangenen Jahren reagieren und ein deutliches Wachstum zeigen. Dadurch sind höhere Erträge und steigende Fangquoten möglich.

Unverändert prekär ist die Lage demgegenüber im Mittelmeer. Hier gibt es offensichtlich keine wesentliche Veränderung des Nutzungsdruckes. Auch die Datenlage hat sich ver-schlechtert. Lediglich der Blauflosstethun zeigt deutlich ansteigende Bestandsgrößen, so dass Quotensteigerungen möglich sind.

Wissenschaftler des Internationalen Rates für Meeresforschung präsentierten eine Reihe von Erfolgsgeschichten. Die Nordseescholle befindet sich weiter auf Rekordkurs, die Bestandsgröße hat wieder ein Allzeithoch erreicht. Beim Kabeljau reagiert der Bestand ebenfalls mit einem deutlichen Wachstum, allerdings nicht in der südlichen Nordsee. Hierfür können klimatische Einflüsse maßgeblich sein. Auch der nördliche Seehecht und der Seelachs liefern deutlich verbesserte Fangmöglichkeiten.

In der Ostsee sind ebenfalls die meisten Bestände erfolgreich nachhaltig bewirtschaftet. Probleme bereiten hier jedoch die Dorschbestände. Ihre Reaktion auf das Fischereimana-gement verläuft nicht so, wie die Wissenschaft es vorhergesagt hat.

Die Wirtschaftsdaten im Jahreswirtschaftsbericht zeigten bis Ende 2014 ebenfalls deutlich verbesserte Perspektiven. An Bord sind 173.000 Fischer beschäftigt. Die Löhne sind seit 2008 um 14 % gestiegen und lagen EU-weit bei 23.800 Euro. Es gab jedoch deutliche Unterschiede zwischen kleineren und größeren Fahrzeugen. Die Anlandungen lagen über 5 Millionen Tonnen und hatten einen Wert von 7,1 Milliarden Euro mit weiter steigender Tendenz. Deutliche Fortschritte gab es bei der Wirtschaftlichkeit. Die Gewinne stiegen 2013 2014 um 19 %. Für 2015 schätzen die Wissenschaftler ein Plus von 14 %, für das laufende Jahr sogar 18 %. Einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung der Ertrags-lage lieferten die gesunkenen Treibstoffkosten und die gestiegenen Erzeugerpreise. Sinkende Treibstoffkosten bewirken in der Regel unmittelbar steigende Löhne.

Allerdings gab es auch Gewinner und Verlierer. Überdurchschnittliche Ergebnisse hatte die Hochsee- und Fernfischerei. Schwache Ergebnisse gab es insbesondere im Ostseeraum.

Die Wirtschaftsleistung des Sektors hat sich damit deutlich verbessert. Erlöse und Gewinne sind gestiegen. Wesentliche Faktoren dafür sind die Bestandserholung, die gesunkenen Treibstoffpreise und die höheren Erstverkaufspreise. Negative Faktoren waren einige externe Märkte, das russische Embargo und Absatzprobleme z. B. beim Ostseedorsch durch geringe Qualität der Fische.

Es wurde insgesamt deutlich, dass nicht alle biologischen, sozialen und ökonomischen Ziele gleichzeitig verwirklicht werden können. Die Anzahl der Beschäftigten ist leicht gesunken, und in der kleinen Küstenfischerei gibt es stellenweise strukturelle Probleme. Hier sind immer ausgleichende Kompromisse im Management erforderlich.

Die Fischereivertreter aus den beratenden Ausschüssen (ACs) kritisierten teilweise die wissenschaftlichen Fangempfehlungen, die in manchen Bereichen vermeidbare Instabilität und Unsicherheit erzeugen. Als Beispiel nannten sie Blauen Wittling, Hering, Seelachs und Makrele. „Überfischung ist nicht mehr das Hauptproblem, sondern die Qualität der wissen-schaftlichen Empfehlung“, fasste es der Vorsitzende des AC für die pelagischen Arten (Schwarmfische im Freiwasser) zusammen.

Kontakt: Dr. Peter Breckling, 0173 975 64 19

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