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Pressemitteilung

Wieder mehr Glasaale an den europäischen Küsten

- Sustainable Eel Group fordert Stopp des illegalen Aalexportes -


- „Illegaler Aal-Export nach Asien ist Europas Elfenbeinhandel“ -


In der Glasaalsaison 2015/2016 kamen wieder mehr Glasaale an den europäischen Küsten an. Die Mengen lagen zwar unter dem Wert der Glasaal-Fangsaison 2013/2014, aber erfreu-licherweise wieder deutlich über dem des letzten Jahres. Nach Meinung verschiedener euro-päischer Aalexperten liegt der Zuwachs gegenüber dem letzten Jahr bei ca. 30 Prozent.

Ein großes Problem für eine nachhaltige Bewirtschaftung dieser Fischart ist der illegale Handel mit Glasaalen, wie Wissenschaftler der Sustainable Eel Group (SEG) kürzlich in London festgestellt haben. Die SEG hat innerhalb der letzten Monate eine ausführliche Studie zum Handel mit Glasaalen durchgeführt. Dabei wurden gewaltige Lücken zwischen den zulässigen Verkäufen und den gemeldeten Fängen aufgedeckt.

Laut dieser Studie wurden in der Glasaal-Fangsaison 2015/2016 Anlandungen von etwa
214 Mio. Glasaalen gemeldet. Für 98 Mio. Glasaale kann der legale Weiterverkauf nachgewiesen werden. Daraus resultiert eine Lücke von 116 Mio. Glasaalen in einem Wert von 50 Mio. USD, die vermutlich illegal nach Asien exportiert wurden. Der Europäische Aal ist im Anhang II des CITES (Convention on International Trade in Endangered Species - Washingtoner Artenschutzabkommen) gelistet und darf somit weder in die Europäische Union eingeführt noch ausgeführt werden. Andrew Kerr, der Vorsitzende der SEG, fordert alle europäischen Regierungen auf, Glasaale, die innerhalb der Europäischen Quote gefangen wurden, zu erfassen und weiter zu verfolgen: "Illegaler Aal-Export nach Asien ist Europas Elfenbeinhandel."

Immer wieder gibt es Nachrichten, vor allem in Spanien und Frankreich, dass Schmuggler beim illegalen Export von Glasaalen gefasst werden. Angesichts der enormen Preise, die Glasaale erzielen, scheint es bei dem derzeitigen System der Erfassung und Rückver-folgung jedoch nicht wahrscheinlich, dass der illegale Handel mit Glasaalen vollständig unterbunden werden kann.


Hintergrund:

Aale überqueren zum Laichen den Atlantik und legen ihre Eier in der Sargassosee/Karibik. Von dort kommen die durchsichtigen Aallarven als sogenannte Glasaale an die euro-päischen Küsten. Die ersten erscheinen im November/Dezember in Portugal, Spanien und Südfrankreich. In Deutschland kommt der Aalnachwuchs im März/April an die Küsten und steigt dann in die Flüsse auf. Vor etwa 20 Jahren begann ein Rückgang im Aalaufkommen. Zur Sicherung der Bestände hat die EU 2007 eine Aal-Verordnung erlassen, die den Wiederaufbau der europäischen Aalvorkommen zum Ziel hat. In den letzten Jahren stieg die Glasaalzuwanderung an den europäischen Küsten signifikant an, ging aber in der Glasaalsaison 2014/2015 etwas zurück. In diesem Jahr kamen nun wieder mehr Glasaale an den europäischen Küsten an. In einer aktuellen Studie von Willem Dekker und Laurent Beaulaton, zwei der führenden Aalforscher in Europa, wird davon ausgegangen, dass der Tiefpunkt des Aalrückganges mittlerweile überschritten ist.

Fischer und Angler in Deutschland kaufen jedes Jahr große Mengen Glasaale in Frankreich und England, um damit die Binnengewässer zu besetzen und auf diese Weise den Aalbestand zu stützen. Anders als in Frankreich und Spanien gibt es hierzulande keine kommerzielle Glasaalfischerei. Die natürliche Zuwanderung ist durch Wehre und Staumauern beeinträchtigt. Außerdem gibt es Verluste durch großtechnische Wasserentnahmen (Kühlwasser, Prozesswasser) aus den Flüssen und durch Wegfraß von Kormoranen.




Kontakt: Claus Ubl 0176 - 832 10 604

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