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Pressemitteilung

Nordseequoten 2017: Mehr Seelachs und Kabeljau für deutsche Fischer

- EU-Norwegen-Verhandlungen bringen Einigung für wichtigste Fischarten -


Die Weichen für die Nordseefischerei 2017 sind gestellt: In Bergen beschlossen Norwegen und die EU bei den diesjährigen bilateralen Verhandlungen die zulässigen Gesamtfang-mengen (TAC - total allowable catches) für die gemeinsam bewirtschafteten Bestände. Auf der Basis von wissenschaftlichen Empfehlungen und bereits festgelegter Management-prinzipien gab es dabei zum Teil deutliche Erhöhungen der Quoten:

Tabelle Norwegenverhandlungen 2016

Insgesamt sind die Änderungen der Quoten auf Erfolgen bei der nachhaltigen Bewirtschaf-tung und natürliche Bestandsschwankungen anzusehen. Die Festsetzung der Seelachs-quote gestaltete sich besonders schwierig. Wissenschaftler hatten ihre bisherige Berech-nung der Fangempfehlung überprüft und nach mehrjährigen Quotensenkungen einen Anstieg um 60 % empfohlen. Dieser Anstieg war von den Wissenschaftlern des ICES (Internatio-naler Rat für Meeresforschung) im November erneut korrigiert und auf über 90 % angehoben worden. Nach Beobachtungen der Fischer hat sich der Seelachsbestand aber nicht inner-halb eines Jahres verdoppelt, so dass diese Empfehlung der Wissenschaftler kritisch kommentiert wurde. Eine allzu schnelle Anhebung von Fangquoten führt grundsätzlich zu Störungen der Märkte. Seelachs ist für die deutsche Fischerei von großem Interesse, weil es hier noch große Anlandungen deutscher Kutter aus Cuxhaven gibt. Deutsche Verbrau-cher können 2017 also mit einer besseren Marktversorgung bei Seelachs rechnen. Kai-Arne Schmidt, Geschäftsführer von Kutterfisch Cuxhaven, ist halbwegs zufrieden: “Die Wissen-schaftler haben den Seelachs in den letzten Jahren zu schlecht eingeschätzt, darin sehen wir uns bestätigt. 90 % mehr wäre aber zuviel des Guten gewesen. Das kann der Markt nicht so schnell aufnehmen.“

Ebenfalls wichtig für die deutsche Kutterfischerei ist die Stabilisierung der Nordseescholle auf hohem Niveau. Dieser Bestand hat in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum erlebt und scheint seine Ertragsfähigkeit zu festigen.

Erstmalig gab es eine Heraufsetzung einiger Quoten, weil im Jahr 2017 in der EU erstmalig ein Rückwurf-Verbot zur Anwendung kommt. Untermaßige Fische, die früher ins Meer zurückgeworfen wurden, müssen jetzt angelandet werden. Teilweise gab es Quoten-zuschläge, damit diese Fänge vollständig auf die Quote angerechnet werden können, ohne die Fischerei vorzeitig zu beenden.

Es ist davon auszugehen, dass die Beschlüsse der Norwegen-Verhandlungen, wie in den Vorjahren, durch den EU-Ministerrat am 12./13. Dezember bestätigt werden.


Kontakt: Claus Ubl 0176 - 832 10 604

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