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Pressemitteilung

Ostsee-Fangquote 2018: Internationaler Rat für Meeresforschung veröffentlicht Fangempfehlung

- Dorschbestand in der westlichen Ostsee erholt sich -


- Nothilfeprogramm muss erweitert werden -


Gestern hat der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) die Fangempfehlungen für die Ostseefischerei für das kommende Jahr veröffentlicht. Für die deutschen Ostseefischer wird das nächste Jahr besonders schwierig. Die meisten Bestände in der Ostsee werden dem ICES zur Folge zwar nachhaltig gemanagt, aber gerade bei den für die deutsche Ostseefischerei wichtigen Beständen empfiehlt der ICES für 2018 Senkungen der Gesamtfangmenge.

Der westliche Dorsch erholt sich mit starken Nachwuchsjahrgängen. Durch den Ausfall des Jahrgangs 2015 war die Quote für dieses Jahr um 56 % gekürzt worden. Nun zeigt die Fischart, was für ein enormes Reproduktionspotential sie hat. Der Nachwuchsjahrgang 2016 war überdurchschnittlich hoch und wächst gut heran. Viele Fische dieses Jahrganges sind nach Angaben der Wissenschaft in Rekordzeit auf 30 cm herangewachsen. Der ICES empfiehlt für diesen Bestand eine leichte Erhöhung der Quote um 8 %. Treten die Vor-hersagen des ICES ein, würde die Größe des Elterntierbestandes bereits im Jahr 2019 die Nachhaltigkeitsschwelle überschreiten. Der Bestand war immer gesichert und nicht vorm Aussterben bedroht, wie es Umweltverbände im letzten Jahr vielfach dargestellt hatten.

Der östliche Dorsch wird vom ICES nach wie vor als datenarmer Bestand geführt. Dies könnte sich aber bereits im nächsten Jahr ändern, denn man arbeitet beim ICES mit Hochdruck daran, diesen Bestand wieder in eine analytische Bewertung zu überführen. Die Empfehlung für das nächste Jahr würde eine Reduzierung der Fänge um ca. 35 % bedeuten.

Neben dem Dorsch gehört auch der westliche Hering zu den wichtigen Fischarten für die deutsche Ostseefischerei. Hier sollen die Gesamtfangmengen im nächsten Jahr um 39 % abgesenkt werden. Aus Sicht der deutschen Fischerei ist diese hohe Absenkung nicht nachvollziehbar. Die in diesem Jahr während der Frühjahrsheringssaison vor der Küste Rügens beobachteten Verhältnisse waren aus Sicht der Fischerei normal. Die Schleppnetz-fischerei erzielte gute Ergebnisse. Größe und Qualität der Heringe waren einwandfrei. Allein die Stellnetzfischerei im Greifswalder Bodden hatte Probleme, da nur eine geringe Zahl der Elterntiere in den Greifswalder Bodden zum Laichen einwanderte. Die Gründe dafür können vielfältig sein und reichen von den vielen Baumaßnahmen, die derzeit dort stattfinden über den zunehmenden Robbenbestand im Greifswalder Bodden hin zu einem Frühjahr mit niedrigen Temperaturen und vielen windigen Tagen.

Auch die Empfehlung für die Gesamtfangmenge bei der Scholle im Gebiet 22-24 sieht eine Verringerung der Fänge um 20 % vor. Dem Bestand in den Untergebieten 24-32 geht es nach Einschätzung des ICES gut. Hier wird ein wachsender Bestand beobachtet. Beim Bestand in der Beltsee, im Kattegat und im Sund machte sich die Neubewertung des Bestandes rückwirkend bemerkbar. Da in die Bestandsbewirtschaftung im Ostseegebiet 22-32 beide Bestände zusammen betrachtet werden, kommt es im Ergebnis zu der vorge-schlagenen Reduzierung. Angesichts der guten Fangmöglichkeiten ist die Absenkung für die Fischer nicht nachvollziehbar.

Auch die Empfehlung für die Sprotte in der Ostsee sieht eine Reduzierung der Gesamt-fangmenge um 4 % vor. Der Bestand besitzt nach wie vor eine Größe auf MSY-Niveau und die fischereiliche Sterblichkeit liegt seit diesem Jahr unter dem festgelegten Grenzwert.

Die enormen Reduzierungen bei der Empfehlung für den westlichen Hering zeigen, dass die wissenschaftliche Bestandsschätzung noch nicht die erforderliche Qualität erreicht hat. Es gibt in den Empfehlungen jedes Jahr bei einigen Fischarten zu große Sprünge, die in der Natur so nicht vorkommen und bei den Betrieben zu erheblichen Unsicherheiten führen.

Die Bedingungen für die Ostseefischerei werden im nächsten Jahr noch schwieriger. Für die Fischer ist es dringend notwendig, dass das vom Bund in diesem Jahr bewilligte Nothilfe-programm im nächsten Jahr weitergeführt und ausgeweitet wird, damit die Betriebe die angespannte Situation überstehen können. In diesem Jahr werden schätzungsweise weniger als 1/3 der zur Verfügung gestellten Mittel ausgeschüttet, weil die Bedingung viel zu restriktiv und die Höhe der Prämien viel zu niedrig sind.


Kontakt: Claus Ubl 0176 832 10 604

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